Die Umarmung – ein Atavismus?

Die Umarmung, der Akt des herzlichen Umschlingens des Gegenübers mit den eigenen Armen, kann insbesondere dann für Verwirrung sorgen, wenn sie nicht ausgeführt wird.

In München, der Hauptstadt von Bussis und Spezels, gehörst Du noch lange nicht dazu, nur weil Dich alle Anwesenden mit mehr oder weniger innigem Drücken und Wangenkontakt begrüßen. Es ist der rituelle Standard in einer Stadt, die sich die nördlichste Italiens nennt. Es gehört zum Life-Style, zum Lebensgefühl und zum guten Ton. Reflexartig neigt sich der Kopf zur Seite, nähert man sich einem auch nur entfernt Bekannten, um nicht mit der gegnerischen Rübe zusammen zu rumsen beim Bussi-Exchange. Fast schon unbewusst, oder sollte ich sagen, kaum noch bewusst, legt man sich in die Arme flüchtiger Bekannter ebenso wie in die alter Freunde. Für Aussenstehende kaum unterscheidbar, ob die sich Begrüßenden erst ein oder schon 1000 Mal gesehen haben. Üblich sind hierzulande zwei Bussis, eines links eines rechts, begleitet vom umgelegten Arm. Es ist nicht von Belang, ob sich zwei Frauen, zwei Männer oder ein gemischtes Paar begrüßen. Das Ritual bleibt. Unabhängig von Uhrzeit, Ort oder Anlass. Das Ritual bleibt.

In dieser Stadt drängt sich ein Grenzbereich-Experiment förmlich auf:

Ich nenne es das „Ich umarme nicht“-Experiment.

Auslöser für das Experiment, welches ich vor 3 Monaten begann, war nicht, dass mir etwa das Verhalten der Leute in meiner Wahlheimatstadt auf den Keks gegangen wäre. Ich wollte kein sozialkritisches Mahnmal aufbauen. Oder doch?

Anlass war ein Gespräch über Männer und Frauen, über den Raum eines Menschen, ich nenne es den „Space“ um einen Menschen herum, über Energien und das Mischen aller drei Komponenten. Während des Gespräches fiel mir auf, dass ich mir weder meines Spaces bewusst bin, noch, wann ich in die Räume anderer eindringe. Geschweige denn, dass ich hätte benennen können, wann andere, insbesondere Männer, in meinen Raum eindrangen. Mir war nicht bewusst, dass der Raum, den ich um mich herum habe (vielleicht würde andere Leute diesen Aura nennen, doch weder weiß ich genau was eine Aura ist noch ich Erfahrung damit und somit kann ich diesen Ausdruck nicht nutzen), angefüllt ist mit Energie. Meiner Energie. Und so ist das meiner Erfahrung nach, die ich inzwischen machen konnte, anscheinend bei jedem Menschen. Jeder hat eine andere Energie. Und doch: Jeder Mensch hat einen mit Energie angefüllten Raum um sich herum.

Ich wollte mehr darüber rausfinden, wie andere Menschen, insbesondere Männer, mit meinem Space umgingen und wie ich mit dem der anderen umgehe.  Stimmte die Behauptung eines Anwesenden, dass wir Menschen, sehr häufig unbewusst, in einer deutlichen Vermischung oder auch Einmischung der Räume des oder der anderen Menschen unterwegs sind? Stimmte die Ansicht, dass gerade Männer sehr häufig auf subtilste, größtenteils nicht bewusste Weise, regelrecht einfallen in die Spaces der Frauen? Ich konnte bis dato nämlich nichts dergleichen Wahrnehmen. Hielt mich für eine emanzipierte, selbstsichere und einigermaßen clevere Frau.

Ein Weg, der wohl eher nicht funktioniert hätte, wenn ich darüber schlaue Bücher gelesen hätte. Also entschied ich mich dafür, rauszufinden, was ist mein Space. Wo ist mein Space? Und: Was mache ich und was machen andere mit meinem Space so den lieben langen Tag. Letztlich lässt sich dies mit „Bewusstmachung“ in ein Wort machen. Nun fehlte mir nur noch ein Weg, wie ich die „Bewusstmachung“ angehen konnte. Auf den Hinweis eines Freundes hin, entschied ich mich, für das simpel klingende Experiment: Ich werde für eine gewisse Zeit lang, keinen Mann, außer meinem Mann und meinen Sohn, umarmen.

Sehr simpel, oder? Na dann: Go!

Nach unserem Gespräch, wir standen bereits in den Jacken im Flur, wurde eine Teilnehmerin von ihrem Partner, einem Freund von mir, abgeholt. Ich freute mich sehr ihn zu sehen, da einige Zeit vergangen war, in der wir uns nicht gesehen hatten. Und ehe ich es mich versah, „lag“ ich in seinen Armen, Bussi links, Bussi rechts. Ich strahlte, freute mich immer noch ihn zu sehen. Nach einer kurzen Verabschiedung von allen saß ich mit anderen Freunden im Auto, als es mich wie ein kurzer Blitz durchzuckte: „Hast Du Jürgen gerade echt umarmt?“ dachte ich mir. Unglaublich aber wahr: Keine 10 Minuten, nachdem ich mein Experiment aufgesetzt hatte, hatte ich ein erstes Ergebnis. Ich hatte mich vollkommen unbewusst in die Arme eines Freundes geworfen.

Dieses Ergebnis ist nicht gut oder schlecht. Genauso wenig wie Messwerte in der Physik gut oder schlecht sind. Je mehr Messwerte ich habe, umso genauer wird das Experiment.

Also auf zu neuen Testereignissen.

Die Momente, in denen ich auf gute Freunde stieß, die noch nichts von meinem Experiment wussten, waren mit die spannendsten, und anfangs auch die, mit der höchsten Unbewusstheit. Am meisten war ich umnebelt, wenn mich die Freude es Wiedersehens lieber Menschen in ihren Bann schlug und ich schneller meine oberen Extremitäten um die Schulter meines Gegenübers geschlungen hatte, als gedacht. Und: ich brachte es anfangs manchmal einfach nicht übers Herz, sie nicht zu umarmen. Zum Teil hatte ich Gedanken wie: „ Das kapiert der eh nicht.“ oder „Ich habe keine Lust auf die Diskussion, die gleich losgeht, wenn ich jetzt nicht mitmache“. Manchmal fügte ich mich der vermeintlichen Erwartung mit einer gewissen Resignation. Andererseits hatte ich auch von Zeit zu Zeit das Gefühl, dass ich die Person einfach umarmen musste, weil ich annahm, wenn ich es nicht täte, dann würde er sich zurückgewiesen fühlen oder er dächte dann, dass ich ihn nicht mehr schätzen würde.

Doch ich wurde konsequenter. Innerhalb von etwa 4 Wochen war ich etwa so weit, dass viele meiner männlichen Freunde wenigstens schon ein Mal mit der Situation konfrontiert waren, dass ich sie nicht umarme, insbesondere zur Begrüßung.

Die Reaktionen waren sehr verschieden. Sie reichten von „Aha, interessant. Na ja, Du machst ja schon immer etwas schräges Zeug.“ Bis hin zu: „Bist Du schon auf die Idee gekommen, dass mich das verletzt?“.

Wichtig für mich war, dass ich anfing, mir bewusster zu werden, was abläuft zwischen Männern und Frauen und deren Spaces. Ich habe überraschende Einsichten gewonnen und fing an, auf einer sehr feinen Ebene zu begreifen, dass ich mich, durch das Nicht-Bewusstsein über meinen Raum, verfügbar machte auf einer ebenso feinen Ebene. Verfügbar in genau diesem Wortsinne. Oder um es mit anderen Worten auszudrücken: Ich habe herausgefunden, dass die Umarmung, selbst wenn sie von mir ausgeht, von den manchen Männern – größtenteils wohl unbewusst – dazu benutzt wird, meinen Raum auf sexueller Basis zu nutzen. Und ich habe herausgefunden, dass es Männer gibt, die genau das, und nur das, bezwecken. (Sicherlich gibt es auch diese Frauen. Doch dies ist ein anderes Experiment.)

Und auch hier möchte ich wieder erwähnen: Es ist nicht an mir zu beurteilen, warum manche (viele?) Männer dieses tun und ob es gut oder schlecht ist. Ich gehe allerdings so weit, dass ich eine gewagte Idee in den Raum stelle: Könnten dies nicht Auswirkungen des Patriarchats sein? Könnten dies nicht Manifestationen der Rollenverteilung der Geschlechter in unserer Kultur sein?

Diese Idee möchte ich an dieser Stelle gerne in späteren Blogs vertiefen. Wer jetzt schon Ideen, Anregungen oder Erfahrungen teilen möchte, der kann gerne einen Kommentar auf der Seite hinterlassen.

Alles Gute, fühlt Euch herzlich bei der Hand genommen.

Stefanie

WIE SAG ICH´S MEINEM KIND?

Häufig erlebe ich in meiner Osteopathie-Praxis bei meiner Arbeit mit Säuglingen, dass deren Eltern frustriert, müde, ausgelaugt, wütend oder ängstlich sind. Und im gleichen Moment erlebe ich, dass die Eltern versuchen, diese Gefühle und Zustände vor den Kindern zu verbergen. Die Eltern haben Angst, das Kind mit diesen Gefühlen zu überfordern. Manche Gefühle wie z.B. die Wut gelten auch als schlecht. Wut steht einer Mutter gegenüber dem eigenen Kind, zumindest im ersten Lebensjahr, nicht zu – so die Meinung in unserer Gesellschaft.

Beispielsweise berichtete mir eine Mutter, dass sie, nach Stunden des scheinbar grundlosen Schreiens ihres zwei Monate alten Sohnes diesen hochfrustriert und verzweifelt in sein Bettchen legte mit den Worten: „Ich kann grad nicht mehr. Ich bin total verwirrt und auch entnervt von Deinem Geschrei. Ich gehe jetzt für 3 Minuten aus dem Raum und hole mir ein Glas Wasser.“. Meiner Meinung nach eine tolle Idee, denn das Kind bekommt die Situation und die Gefühle der Mutter erklärt und die Mutter kann zumindest kurz Luft holen und Abstand zur festgefahrenen Situation. Allerdings war die anwesende Schwiegermutter nicht dieser Meinung und bezeichnet seit dieser Zeit ihre Schwiegertochter als “Rabenmutter“.

Ich denke, dass der Versuch, Gefühle vor unseren Kindern zu verbergen, von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist. Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Ich denke, dass der Versuch, meine Gefühle mein Kind nicht mitkriegen zu lassen, zu weit reichenden, problematischen Konsequenzen führt.

Was mich zu dieser Annahme bewegt, möchte ich hier beschreiben. Beispielsweise nimmt ein 3-Wochen-altes Kind, sagen wir mal, es hieße Carlotta, seine Umwelt ungefähr so wahr:

Carlotta begriff nicht so ganz: Vor ihr schweben ab und an zwei gesichtstragende Luftballone, die ihr wohl vertraut, aber auch etwas unwirklich vorkommen. Neben ihr liegen zwei lange, schlaksige Teile, an deren Enden Zotteln hängen. Ab und zu durchqueren diese Dinger ihr Gesichtsfeld. Auch hier wieder diese seltsame Surrealität, gemischt mit dem Eindruck der Vertrautheit. Und an ihrem unteren Ende nimmt sie irgendwelche zuckenden, strampelnden Dinge wahr, deren Sinn ihr nicht klar ist. Wie im Nebel und doch ganz unverkennbar, besteht ihr Sein lediglich aus der Wahrnehmung von wohlig oder unwohl.

Bei den Luftballonen, die Carlotta beschreibt, handelt es ich um die Gesichter ihrer Eltern und bei den anderen Phänomenen um ihren eigenen Körper.

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, hat es tatsächlich keinerlei Bewusstsein, dass seine Arme und Beine zu ihm gehören. Es begreift nicht, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Nahrungsaufnahme und dem anschließenden Gefühl im Bauch, egal ob es sich um das Ziehen einer Kolik oder das gute Gefühl von satt handelt.

Experiment I:

Eine Patientin hat mir heute eine fantastische Möglichkeit aufgezeigt, wie sie ihren Kindern deren körperliche Begrenzung bewusster macht: Sie legt sich das Baby auf ihren Bauch, die kleinen Strampelbeine sind unter dem Bauch des Kindes angewinkelt und stützen sich gegen die aufgestellten Beine der Mutter. Oben schlingt sie die Arme um ihr Kind und streichelt es. Und dann erzählt sie ihm in sanfter Stimme, welche Körperregion gerade berührt wird. Sie sagt zum Beispiel: „Das ist Dein Köpfchen.“, oder „Hier, das sind Deine kleinen Füße, hier hört Dein Körper auf.“ Ich finde diese Art der Intimität wunderschön und ich glaube, dass es für beide eine tolle Erfahrung ist. Auch die Mutter, oder der Vater, machen sich so bewusst, welch Wunderwerk dort auf ihrem Bauch liegt und woraus dieser Körper besteht.

Experiment I Ende.

Doch so wenig Vorstellung ein Baby von den Dimensionen seines physischen Körpers hat, so viel Empfindsamkeit dürfte es für die Stimmung, welche um es herum herrscht, haben. Wie Radarschüsseln nehmen diese kleinen Menschen die Gefühle, Emotionen und Zustände um sie herum wahr. Seit Beginn dieses diffusen Bewusstseins, jemand “zu sein“, erleben Ungeborene jede Regung ihrer Mutter 1:1 mit. Ihre Angst, wenn ein Untersuchungsergebnis besorgniserregend ist, ihre Freude, wenn sie einen schönen Moment mit ihrem Partner hat oder ihre Wut, wenn eben dieser mal wieder zu spät nach Hause kommt. Direkter kann man die Gefühle eines anderen Menschen wohl nie mehr erleben. Und noch hat dieses Baby keine Idee davon, dass das eine Wut und das andere Freude heißt. Sondern es erlebt all das als die normalen Gezeiten des Seins der Mutter. Hochs und Tiefs, mal intensiver mal weniger intensiv.

Ich denke, spätestens mit der Geburt hat das kleine Wesen dann auch eigene Gefühle. Und auch diese sind einfach da. Nicht kommentiert von außen, einfach nur da.

Wenn nun die Eltern dieses neugeborenen Wesens plötzlich damit beginnen, ihre Gefühle nicht mehr vor dem Kind auszudrücken, fehlt ein Bestandteil, der bis zur Geburt den Alltag des Kindes prägte. Ist die Mutter übermüdet und sehr frustriert, weil das Kind nun schon drei Stunden schreit und auch zum dritten Mal den Strampler bis zur Halskrause voll hat, sie noch nichts gegessen hat, geschweige denn die Möglichkeit hatte zu duschen, dann fühlt sie sich einfach nicht gut. Sie ist vielleicht wütend auf den schreienden Wurm vor ihr oder sie fühlt Angst, dass sie das alles nicht schaffen wird. Doch statt diese Gefühle zu haben und sie zu benennen, wird sie das Kind schaukeln und summen und es ablenken und Spiele spielen. Sie wird die Windel nochmals wechseln und das Bäuchlein massieren. Sie hüpft vielleicht auf einem Pezziball auf und ab oder wippt den Stubenwagen hin und her. Und während sie das alles tut, wird sie ihrem Kind vorspielen, dass sie prima Laune hat oder wirklich Mitleid mit dem Schreihals.

Das Kind erhält in dem Moment mindestens zwei Informationen. Erstens die “wahre“ Information, über sein feines Gespür und die Antennen für das, was ist. Und die “gespielte“ Information der Mutter, bezüglich dessen, was angeblich sein soll.

Das Kind ist verwirrt. Was stimmt denn nun? Das was Mama verzweifelt versucht auszudrücken und zu schauspielern oder das, was Mama ausstrahlt mit jeder Pore? Wenn das Kind älter ist wird diese Verwirrung gefestigt, indem die Eltern dem Kind in dem Moment, wo es beginnt die eigenen Gefühle zu artikulieren, zusätzlich noch vermitteln, dass es besser wäre, das nicht zu tun.

Sätze wie: „Du brauchst doch nicht weinen, so schlimm ist es doch nicht.“ (Missachtung der Trauer, die das Kind empfindet), oder: „Wenn Du nicht gleich brav bist, gehen wir nicht auf den Spielplatz / gibt es kein Eis / gehen wir nach Hause!“ (Missachtung der Wut, die das Kind hat), kennen wir wohl alle.

Sie führen dazu, dass ein Kind lernt, dass es in unserer Gesellschaft besser ist, Gefühle nicht zu zeigen. Das “Problem“ ist nur: Es hat Gefühle.

Beziehungsweise, um es aus meiner Sicht ganz klar auszudrücken:

Das Problem ist nicht, dass ein Kind ein Gefühl hat, sondern das Problem ist, dass das Kind es nicht haben soll.

Experiment II:

Wenn Ihr Kind eine Gefühlsäußerung tätigt, versuchen Sie selber zu spüren, welches Gefühl Ihr Kind gerade hat. Ist es wütend oder traurig? Oder fühlt es Angst und ist gleichzeitig sauer. Es hilft ungemein sich bei dieser Übung sich einfach auf seinen Bauch zu verlassen. Versuchen Sie nicht rational nachzuvollziehen, dass das Zerbrechen des Spielzeuges bei Ihrem Kind nicht unbedingt Traurigkeit auslöst sondern blanke Wut. Spüren Sie einfach, was es fühlt. Und dann sagen Sie Ihrem Kind: „Das was Du gerade fühlst ist Wut (Angst, Trauer, Freude). Und es ist o.k. das zu fühlen.“ Und dann seien Sie einfach bei Ihrem Kind. Warten Sie ab, was passiert. Vielleicht kommt das Kind und will getröstet werden. Vielleicht will es aber auch der Wut mit Schreien Ausdruck geben. Seien Sie da für das Kind und werten Sie nicht. Lassen Sie sich beiden die Zeit die es braucht. Was Sie tun, ist, Sie geben Ihrem Kind genau die gleiche intime Aufmerksamkeit wie im Experiment I. Nur dass Sie nicht Bezug auf den physischen Körper nehmen, sondern auf den Körper der Gefühle.

Experiment II Ende

Mit diesem Experiment betreten Sie Neuland! Lassen Sie sich nicht davon verunsichern, dass es sich komisch anfühlen mag. Forscher im 14. Jahrhundert fühlten sich bestimmt nicht pudelwohl wenn Sie über unbekannte Berge kletterten oder in fremden Gewässern segelten. Im Gegenteil: Wenn es sich komisch anfühlt, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie in diesem Moment eine fast unverschämt weite Horizonterweiterung durchführen.

Experiment III:

Experiment I und II beschäftigen sich mit Ihrem Kind. Nummer drei beschäftigt sich mit Ihnen. Wie in Experiment II spüren Sie die Gefühle die im Raum sind. Nur dass Sie dieses Mal nicht die Gefühle Ihres Kindes wahrnehmen, sondern Ihre eigenen. Nehmen Sie Ihre Hilflosigkeit war, Ihr Gefühl des „wie soll ich das alles schaffen?“, oder auch Ihre Wut. Werten Sie nicht, was sie fühlen sondern sagen sie es einfach. Sagen Sie: „Ich fühle mich total entnervt weil…“ Oder: „Ich fühle mich so hilflos, weil…“. Und sagen sie das nicht nur Ihrem Partner sondern auch und genau Ihrem Kind. Erwarten Sie nicht, dass Ihr Kind die Situation lösen wird. Darum geht es nicht. Es geht darum authentisch zu kommunizieren, was los ist. Vergleichbar wäre, wenn Sie sagen würden: „Mein Fuß tut weh, weil ich barfuß auf einen Legostein getreten bin.“ Niemand käme auf die Idee zu sagen: „Ich hüpfe herum, weil ich so fröhlich bin und so gerne Dein Lachen höre.“.

Experiment III Ende

Hier ist auch der Bezug zu der oben geschilderten Situation mit der “Rabenmutter“. Aus meiner Sicht, hat sie Experiment III ausgeführt. Was ich für sehr wertvoll halte. Sie war die Forscherin die Neuland betrat. Und die Schwiegermutter verkörpert in diesem Moment eher die Konservativen, die vom Forschertum erschreckt sind und “lieber alles so lassen würden, wie es immer war.“

Wenn Ihnen dieser Blog Anregungen geliefert hat die Sie gerne teilen möchten, haben Sie die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen. Auch über persönliche Emails mit Feedback freue ich mich sehr.

Alles Gute!

Stefanie Heidtmann

Veröffentlicht am 28. Januar 2010 um 20:49 von Stefanie · Permalink · 2 Kommentare
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